Nach über 13 Jahren ist langsam und sicher ein neues Auto fällig. Das bisherige zeigt immer mehr Probleme: der Lift möchte gelegentlich nicht ausfahren, die Gangschaltung schaltet nicht zuverlässig in den richtigen Gang und die Feststellbremse verweigert gelegentlich den Dienst.
Alles Sachen, die auf das Alter zurück zu führen sind.
Im Oktober 2025 habe ich daher einen Antrag auf KFZ-Hilfe bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gestellt. Heute bekam ich zumindest die Kostenaufstellung. Demnach soll ich mehr als 55.000 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Für mich schlichtweg nicht bezahlbar.
Doch warum soviel? Dafür bekommt man doch zwei Neuwagen!
Genau! Menschen ohne Behinderung bekommen für knapp 20.000 Euro einen VW Polo als Neuwagen. Für die Fahrten zur Arbeit reicht das locker, auch für Dienstreisen durch ganz Deutschland.
Anders sieht es aus, wenn man behindert ist. Genauer gesagt, wenn man behinderungsbedingt ein größeres Fahrzeug benötigt. Ein Fahrzeug, in dem man den E-Rollstuhl transportieren kann. Ein Fahrzeug, bei dem der E-Rollstuhl als Fahrersitz genutzt werden kann, wenn man sich nicht vom Rollstuhl auf den Autositz umsetzen kann — behinderungsbedingt. Dann benötigt man ein entsprechend großes Fahrzeug, so dass man mit dem Rollstuhl in das Auto hinter das Steuer fahren kann. Mit einem Polo ist das nicht machbar, sondern nur mit größeren Fahrzeugen wie einem VW Transporter. Und solche Fahrzeuge kosten in der Anschaffung (leider) mehr als ein Polo.
Ich selbst wäre mit einem Polo sehr sehr glücklich. Im Gegensatz zu einem Bus bekommt man nämlich mit einem Polo viel leichter einen Parkplatz. Mit einem Bus und seitlichem Ausstieg über einen Lift wird es nämlich auch bei Schwerbehindertenparkplätzen oft mehr als eng, wenn man überhaupt einen Parkplatz findet. Der Spritverbrauch beim Polo ist auch viel geringer als bei einem Bus und ebenso ist auch die KFZ-Versicherung günstiger.
Die DRV hat jedoch den Preis eines Ford´Tourneo Custom als Berechnungsgrundlage genommen und damit gemeint, dass alle Kosten, die über einen Polo gehen für mich Luxus sind. Aufgrund meines Verdienstes (warum gehe ich eigentlich arbeiten?) hatte ich schon mit einer Zuzahlung gerechnet, aber dass diese deutlich höher ausfallen würde als ein mit allem Luxus ausgestatteter PKW mit Sonderlackierung für meinen Mann, damit hatte ich nicht gerechnet.
Dazu kommt noch, dass die DRV den Restwert des bisherigen Autos auf 14.000 Euro geschätzt hat. Das mag für einen VW Bus gelten, aber nicht für einen, der so umgebaut ist, dass nur sehr sehr wenige Personen diesen überhaupt fahren können. Ein Rückbau wäre theoretisch möglich, kostet aber deutlich mehr als 14.000 Euro. Also geht wenn nur ein Verkauf mit den Umbauten.
Allgemein sagt man auch, dass ein Auto in dem Alter ein Restwert von 10 %, allerhöchstens 20% des ursprünglichen Kaufpreises hat. Das Auto hat damals 50.000 Euro neu gekostet, was ein Restwert von maximal 10.000 Euro macht. Wie also die DRV auf 14.000 Euro kommt bleibt schleierhaft…
So bleibt mir nur: statt mich also über eine Kostenzusage zu freuen, ist also ein erneuter Widerspruch notwendig.






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