.. dann gab es mal wieder Post von der DRV.
Jedes Mal, wenn ich die Mitteilung im Mail-Postfach mit den Worten „Deutsche Rentenversicherung – sie haben eine neue Mitteilung“ bekomme ich Herzklopfen und mein Blutdruck steigt ins Unermessliche. Zumindest fühlt es sich so an.
So auch bei der letzten Mitteilung. Nach nur zwei Werktagen Bearbeitungszeit habe ich die Information bekommen, dass meinem Widerspruch nicht stattgegeben wird und nun der Widerspruchausschuss entscheiden muss. Kurzum: mit sehr großer Wahrscheinlichkeit darf ich also wegen dem Auto vor Gericht gehen.
Daher steht in der Kraftfahrzeug-Hilfe-Verordnung klar, dass die Kosten für behinderungsbedingt notwendige Zusatzausstattung voll durch die DRV übernommen werden müssen. Angefangen damit, dass die DRV noch nicht mal die Differenz zwischen Schaltwagen und (behinderungsbedingt notwendiger) Automatik-Schaltung berücksichtigt hat, soll auch die größere Fahrzeugklasse Luxus sein.
Ja, liebe DRV… einen Bus / Transporter zu fahren ist super. Man bekommt nirgends einen Parkplatz, man zahlt mehr Versicherung und der Verbrauch ist auch deutlich höher als bei einem Kleinwagen! Wenn es nach mir ginge, dann würde ich liebend gerne einen Kleinwagen fahren. So einen, wie ihn meine Tochter hat. Einen Polo mit Erdgas und einigen netten technischen Features, die unter Fahrassistenzsysteme fallen. Im Spiegel anhand eines kleinen Symbols zu sehen, dass ein Spurwechsel gerade nicht sinnvoll ist. Eine Rückfahrkamera, um annähernd milimetergenau die Parklücke zu treffen. Die Einleitung des automatischen Bremsvorgangs, wenn das Auto registriert, dass das Fahrzeug vor einem näher kommt. Ja, dafür wäre ich auch bereit, das Fahrzeug komplett selbst zu zahlen — ohne Zuschuss der DRV. Nach VW-Preisliste wäre ich mit 25.000 Euro dabei — und das, ohne Rabatt!
Oder ein kleines E-Auto. Laden zu Hause, primär Kurzstreckenfahrten.
Nein, stattdessen muss ich einen Bus nehmen. Einen Bus, damit ich überhaupt den Rollstuhl transportiert bekomme, denn ein E-Rolli lässt sich nicht klein zusammenlegen und in den Kofferraum heben. Alleine schon das Leergewicht des Rollstuhls beträgt knapp 200 kg.
Da ich dann auch noch das Auto selbst fahre, kann ich nicht eine Rampe hochklappen, nachdem ich den Rolli ins Auto gefahren habe. Wie blöd. Also muss ich mit dem Rolli ins Auto fahren. Damit das überhaupt möglich ist, benötigt man ein Auto in der Bus oder Transporterklasse. Sieht jeder sofort ein, aber für die DRV ist das Fahrzeug Luxus. Und da es Luxus ist, soll ich das Fahrzeug selbst bezahlen — knapp 60 Tausend Euro in der minimalsten Ausstattung, die für den Umbau benötigt wird. 60.000 Euro, die ich nicht besitze. Nicht, weil wir nicht sparen, sondern weil wir uns vor wenigen Jahren den „Luxus“ gegönnt haben, ein Haus zu bauen, was barrierefrei ist. Weil das Haus, was ich vererbt bekommen war, nur mit extrem hohen Kosten umgebaut hätte werden können. Weil es im ganzen Kreis Unna keine barrierefreie Wohnung zum Mieten gibt, ohne dass man viele Jahre auf einer Warteliste steht.
So soll ich also knapp 40.000 Euro mehr für ein Auto ausgeben, nur weil ich eine sch*** Behinderung habe. Für ein Auto, was keine tollen Fahrassistenzsysteme wie das Auto meiner Tochter hat. Wegen einer Behinderung, die ich mir nicht ausgesucht oder gewünscht habe. Die mich von anderen Personen abhängig macht, die mich im Alltag einschränkt. Einer Behinderung, bei der Art und Schwere die meisten in voller Erwerbsminderungsrente sind.
Kurzum: meine Mobilität ist extrem gefährdet. Weil sich die DRV nicht an das Gesetz hält.


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