Ich weiß nicht warum, aber ich habe am Samstag Abend vergessen die Terrassentür zu verriegeln, nachdem Luna noch einmal zum Lösen draussen war. Da mein Mann unterwegs war, war also die Terrassentür die ganze Nacht unverschlossen.
An sich kein Problem, aber einer unserer Vierbeiner hat die Tür aufgeschoben bekommen. Ich vermute mal, dass es die Katzen waren, denn an dem Fensterglas haben wir Liegeflächen für sie angebracht. Wenn nun Lilly oder Murphy vom Sofa aus auf diese Liegefläche springen und die Tür nicht verriegelt ist, dann wird diese durch den Schwung aufgeschoben.
Am Sonntag bin ich also morgens ins Wohnzimmer gegangen und sah die offene Tür. Als ich durch den Spalt nach draussen geschaut habe, kam mir schon Lilly maunzend entgegen und begrüßte mich mit erhobenem Schwanz. Murphy war auch nicht weit weg, kam auch auf Zuruf. Puh, Glück gehabt. Die Katzen sind beide keine Freigänger, sondern dürfen nur mit uns nach draussen — mit Geschirr und Leine. Denn ich möchte nicht, dass deinen etwas passiert — und ich habe auf der Straße vor unserem Haus schon mehrere überfahrene Katzen gesehen.
Die Terrassentür habe ich geschlossen, mir in Ruhe einen Kaffee gemacht. Mein Herzrasen nach dem „ohjeh, die Tür steht auf… was ist mit den Tierchen?“ legte sich langsam. Nichts passiert, allen Tierchen geht es gut. Sie haben etwas frische Luft geschnappt, nicht mehr.
Nachmittags fiel mir auf, dass Luna total müde ist. Zuerst habe ich es nicht verstanden, bis ich mir ihre Trackerdaten angesehen habe. Ja, obwohl Luna ein Assistenzhund ist, hat sie einen Tracker, also ein GPS-Gerät, der mir zeigt, wo ihre (aktuelle) Position ist. Und der verschiedene Gesundheitsdaten aufzeichnet wie z.B. wie aktiv sie war, wie ihre durchschnittliche Herzfrequenz ist usw. Bisher ist sie noch nie weggelaufen, aber ein Tracker verschafft einen Sicherheit — es kann immer etwas passieren. Ein unerwartetes Geräusch, ein Reiz, den sie nicht wiederstehen kann.
Mein Blick auf die Tracker-Daten zeigten: Luna hat die Nacht großteils im Garten verbracht. Aktiv ist sie hin- und hergelaufen — wahrscheinlich, weil sie auf Lilly und Murphy aufgepasst hat, dass diese das Grundstück nicht verlassen. Sie selbst hat das Grundstück nicht verlassen. Auch konnte ich den Trackerdaten entnehmen, dass sie an dem Tag oft gebellt hat. Allerdings muss das in der Nacht gewesen sein, denn als ich wach war, habe ich von ihr kaum etwas gehört. Das passt aber auch dazu, denn wenn Lilly mal durch die Haustür entwischt (ja, das kann sie sehr gut!), dann bellt Luna tatsächlich hinter her, um auch darauf aufmerksam zu machen.


Mein Fazit: ein Tracker hilft nicht nur im Fall der Fälle, nämlich wenn das Tier wegläuft, um es dann schnell wieder zu finden, sondern auch, um zu sehen, warum etwas anders ist als normal. Zusammenfassend kann ich doch ein wenig stolz sein, denn Luna hat die von uns gesteckten Grenzen eingehalten. Sie hat das Grundstück nicht verlassen, hat wohl tatsächlich auf unsere Katzen aufgepasst. Brave Maus!
Unseren Nachbarn möchte ich eine Entschuldigung aussprechen. Zwar hat sich keiner explizit beschwert über das nächtliche Gebell, aber dennoch weiß ich, dass es nervig sein kann. Ich selbst höre nachts ohne meine Sprachprozessoren nichts, von daher habe ich auch das Bellen nicht wahrnehmen können. Aber ich behaupte mal, dass der Tracker nicht lügt, wenn er behauptet, dass Luna am Sonntag „überdurchschnittlich viel“ gebellt hat.


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