Gestern war für uns ein anstrengender Tag. Erst halbtags arbeiten, dann direkt in die Dortmunder Innenstadt.
Da der Fahrstuhl am Bahnhof Unna zum Erreichen des Gleis 1 seit über einer Woche defekt ist, ist der Weg etwas beschwerlicher. Mit dem Bus geht es nach Kamen Bahnhof, um dann mit dem Zug nach Dortmund zu fahren. Die Fahrt dauert dann ungefähr eine Stunde, aber da es entsprechende Überbrückungsrampen zwischen Zug und Bahnsteig gibt, benötige ich für den Einstieg keine Rampe — im Gegensatz zum Fahren mit der S-Bahn.
In Dortmund ging es dann erst einmal etwas Essen. Danach in das Geschäft, was das Töchterchen unbedingt aufsuchen wollte und sich — natürlich — am anderen Ende der Fußgängerzone befunden hat. Für Luna war also Stadttraining angesagt, da die Dortmunder Fußgängerzone (genauer gesagt der Westenhellweg) ziemlich voll war. Ein ständiges Ausweichen von Leuten, die beim Laufen nicht nach vorne sondern auf ihr Handy schauen. Spontane Stopps, da die Person vor uns ohne erkennbaren Grund plötzlich stehen bleibt. Querverkehr. Herumlaufende Kinder, Kinderwägen, Rollatoren und jede Menge Fußgänger. Reinigungskräfte mit großen, fahrbaren Strassenstaubsaugern. Gespräche, Lärm. Das ist nicht nur für uns Menschen anstrengend, sondern insbesondere auch für Luna, da sie sich sehr konzentrieren muss – den Lärm auszublenden, sich auf mich zu fokussieren usw. Dazu kam noch, dass ihre Zweibein-Geschwister quatschend vorgelaufen sind.
Im Geschäft dann warten. Bevor es zu langweilig ist, habe ich die Zeit genutzt, die Ablage zu üben, d.h. Luna musste liegen bleiben, während ich aus ihrem Blick gefahren bin. Andere Besucher des Ladens ignorieren, auch wenn es Kinder waren, die laut „oh, ein Hund“ gerufen haben und die ersten Schritte in ihre Richtung gegangen sind.
Dann in ein weiteres Geschäft, was deutlich enger war. Signale wie „Kurve“, „nach hinten“, „Stopp“ müssen dann einfach sitzen, damit Luna nicht versehentlich durch den Rollstuhl oder andere Passanten verletzt wird. Unsere Bestellung am Ende des Ladens abgeholt. Dann wenden auf engem Raum und an der Warteschlange vorbei. In der Warteschlange ein kleiner Dackel, der direkt auf Luna zugestürmt war. Luna ist jedoch inzwischen so gut, dass sie diese Situationen extrem gut managen kann, indem sie ein wenig zurück geht, um meinen Rolli dann als physische Barriere nutzt. Wäre der Hund auf ihrer Seite gewesen, hätte sie größtmöglichen Abstand versucht einzuhalten und wäre dann an dem anderen Hund vorbei gegangen, denn sie weiß: wenn ich im Dienst bin, sind andere Hunde tabu.
Das klappt bei fremden Hunden sehr gut, bei zwei oder drei ihrer Hundefreunde würde sie das allerdings „vergessen“. (Aber mal ehrlich: wer würde die beste Freundin nicht begrüßen, wenn er sie zufällig in der Stadt sieht?)
Dann ging es zur Freilauffläche — oder „Hundespielplatz“ genannt. Dort haben wir gestern einen anderen Hund getroffen mit dem sie sich tatsächlich sehr gut verstanden hat. Obwohl dieser deutlich größer war, haben die beiden miteinander gerauft, gespielt, sich gejagt und angesabbert. Das war total spannend zu sehen, denn normalerweise ist Luna eher devot und nimmt bei größeren Hunden Abstand. Nach einer Viertelstunde waren beide Hunde einfach nur ausser Puste und hatten sich einfach nebeneinander gelegt, um gelegentlich noch mal an den Lefzen des anderen zu zupfen.
Dann ging es noch zur Ergotherapie und danach mit der S-Bahn nach Hause. In der S-Bahn selbst sah man schon, dass Luna total geschafft ist. Da ich weder eine lange Leine noch ein Geschirr mithatte, ging es im Freilauf durch den Kurpark nach Hause. Da Luna abrufbar ist, ich sie immer seitlich neben mir gehen lasse („bei Fuß“), wenn mir Personen oder Fahrräder entgegen kommen, ist das auch kein wirkliches Problem gewesen. Auch sind Assistenzhunde von der Leinenpflicht befreit. Natürlich gab es den einen oder anderen blöden Blick — aber das war mir dann echt egal.
Anfangs war Luna noch im Stöbermodus und musste das eine oder andere Grasbüschel beschnuppern. Ab der Hälfte der Strecke verfiel sie jedoch in einen Automodus: neben Mama gehen, Hirn ausschalten, einfach weitergehen. So hat sie dann auch ein Eichhörnchen übersehen, was fast direkt vor ihrer Nase in 2 Meter Abstand auf dem Boden sass. Zu Hause ging es direkt ins Bett schlafen — wohlverdient.


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