Hallo… Luna hier. Heute muss ich doch mal über meine Zweibeiner und deren Aktionen reden. Oder einfach über letzte Woche, denn da war hier echt viel los.
Am Montag haben meine Zweibeiner hier im Haus Stress gemacht. Taschen wurden aus Schränken geholt und dann mit allen möglichen Sachen gepackt. Mama hat sogar zwei meiner Lieblingskuscheltiere eingepackt! Ohne mich zu fragen. Das geht gar nicht, also habe ich kurzerhand Abends einfach meinen Mister Rammler, den Ikea-Goldie, den ich seit Welpe besitze, wieder aus der Tasche geholt.
Das hat nur nicht so viel gebracht, denn natürlich hat das Mama gemerkt und den am Dienstag wieder in die Tasche gepackt. Geht es etwa wieder zu meiner Zweibein-Schwester nach Augsburg?
Als Mama und Papa dann die Sachen ins Auto gepackt haben, war klar: nein, das Ziel ist nicht Augsburg. Aber wohin fahren wir dann? Und warum müssen wir überhaupt wegfahren, denn ich mag Autofahren nicht. Diesen wackeligen Untergrund unter meinen Pfoten finde ich ganz schrecklich. Auch wird mir immer schlecht im Auto, so dass ich mich übergeben muss.
Aber ich hatte gar keine Chance. Zu Hause bleiben wollte ich nicht, also ab ins Auto und los ging es. Ihr glaubt es nicht, aber wir sind bestimmt 20 Stunden lang gefahren. Zwischendurch gab es noch den einen oder anderen Halt, wo ich mich erleichtern konnte, aber mehr auch nicht. Die Fahrt war echt extrem lang und da ich ja da nur gestanden oder maximal gesessen habe, war ich total müde und geschafft als Mama das Auto geparkt hat und wir ausgestiegen sind. Nicht Augsburg, sondern — so sagten meine Zweibeiner — Merseburg in Sachsen-Anhalt. Erst mal war mir das vollkommen egal, denn viel wichtiger war, dass das Autofahren ein Ende hat. Auch wenn ich mich dieses Mal nicht übergeben habe. Als Mama und Papa sich unterhalten haben, habe ich gehört, dass Mama mir vor der Fahrt Tabletten gegeben hat. Und ich habe das nicht gemerkt! Aber glaub mir, das passiert mir nicht noch mal — da passe ich genau auf, dass die mir nicht irgendwas unter die Leckerchen mischt!
In Merseburg haben wir zuerst unsere Sachen in ein großes Gebäude gebracht – die Zweibeiner haben das Gebäude Hotel genannt. Danach sind wir ne Runde spazieren gewesen. Meine Zweibeiner haben die ganze Zeit über einen See gesprochen und ich habe auch Wasser in der Nase gehabt, aber immer wenn ich durch die Büsche in Richtung Wasser wollte, wurde ich aufgehalten. Warum können eigentlich diese doofen Rollstühle nicht wie mein Vierbeinantrieb vollständig geländegängig sein? Statt einem erfrischenden Bad im See gabs den ekelhaften Geruch nach Müll in meine feine Nase, denn der Rückweg zum Hotel führte an einer Recycling-Anlage vorbei. Mein Fazit: keine tolle Umgebung.
Im Hotel war für mich erst mal Schlafen und Erholung nach der ewig langen Fahrt angesagt. Zu Fressen habe ich dann auch nur Trockenfutter bekommen. Also Luna-Quälerei den ganzen Tag!

In der Nacht musste ich dann noch einmal auf die Wiese. Boah, was für ein langer Weg. Erst über den ganzen Flur, dann mit dem Aufzug, dann noch mal über einen langen Flur. Sozusagen einmal durch das ganze Hotel, um kurz Pipi zu machen. Das ist zu Hause viel besser: Terrassentür auf und schon bin ich im Garten.
Mittwoch. Kurz vor die Tür Pipi machen und dann musste ich mit den den Speisesaal. Da waren so viele Leute. Monteure sagte Mama. Statt also in Ruhe wach zu werden, wurde ich mit einer Kakophonie von Geräuschen und Gerüchen belästigt. Und dann wagten es doch meine Zweibeiner mich alleine am Tisch zu lassen, während sie sich Essen geholt haben. Von dem ich natürlich mal wieder nichts abbekommen habe. Ständig sind fremde Leute an mir vorbeigegangen.
Danach ging es dann auch wieder mit dem Auto los. Aber diesmal sind wir nicht so lange gefahren. Am Ziel sind wir ein wenig Spazieren gewesen — wobei das eher ein Strecken der Glieder war. Dann wieder Dienst. Gefühlt 15 Stunden brav sein, neben Mama liegen und ihr helfen, wenn sie was hat fallen lassen oder die Jacke ausziehen wollte, auf die Toilette musste usw. Immerhin konnte ich da etwas schlafen, auch wenn immer mal wieder jemand an mir vorbei oder sogar über mich gestiegen ist.

Nach dem „dienstlichen Meeting“, wie Mama diese besondere Form des Büroschlafs genannt hat, ging es an endlich Spazieren. An die Saale, einem Fluß, indem ich auch geschwommen bin. Endlich Wasser! Wurde ja auch Zeit, denn das hatte ich mir ja schon lange verdient!
Donnerstag. Nach einer weiteren Nacht im Hotel und dem erneuten Frühstücken im Speisesaal ging es nach Merseburg. Der erste Halt war der Heimattierpark in Merseburg, wo es ganz viele Tiere zu sehen gab: Wild wie Rehe, Kühe, Vögel, Eulen usw.
Interessant fand ich die Hausschweine, denn die hatten sogar einen eigenen Pool! Warum habe ich sowas nicht?

Danach waren wir dann noch in Merseburg selbst. In einem Haus, was recht kalt war und komisch klang. Mama und Papa haben gesagt, dass das der Merseburger Dom ist. Was auch immer ein Dom ist. So richtig interessant war da meiner Meinung nach nichts, ausser die Wiese im Innenhof (Kreuzgang). Aber da durfte ich noch nicht mal drauf. Ich hab mich echt gefragt, warum wir so lange in diesem kalten, hallenden Dom waren.


Danach waren wir noch im so genannten Schloßgarten. Jede Menge Wiese und Blumen — und ich durfte dort nicht markieren. Unverschämtheit, oder?

Aber das reichte meinen Zweibeinern nicht. Nein, die mussten noch in die Merseburger Innenstadt und sind dann anschließend noch an der Saale entlang wieder zum Auto gegangen. Besonders fies war, dass ich nicht schwimmen gehen konnte. Was für eine Qual! Im Hotel sind wir dann, nachdem wir insgesamt ca. 6 Stunden unterwegs waren, ins Bett gefallen. Ok, was meine Zweibeiner genau gemacht haben, weiß ich nicht, aber ich war müde und brauchte dringend meinen Schönheitsschlaf. Zwischendurch wurde der von der einen oder anderen Pippi-Pause unterbrochen und schon war der Tag rum.
Freitag. Meine Zweibeiner haben wieder bei der morgendlichen Luna-Frühstücksqual (alleine Warten am Tisch als die sich leckeres Essen geholt haben, von denen ich nichts abbekommen habe!) überlegt, wie sie mich quälen können. Zumindest kommt es mir im Nachhinein so vor. Statt zur Saale zu gehen, um den ganzen Tag zu schwimmen, ging es wieder zum Auto und wir fuhren nach Halle (Saale). Dort sind wir dann in ein Gebäude gegangen und hier fing die Quälerei erst richtig an. Denn es roch dort himmlisch gut nach Schokolade — die ich ja eh liebe! Mama sagt immer, ich bin schokoladensüchtig. Und das nur, weil ich direkt rieche, wenn Mama Schokolade gegessen hat und noch winzige Spuren davon an ihren Fingern sind.

Das Gebäude war ein Schokoladenmuseum. Nicht nur, dass es da nach Schokolade roch! Nein, an mehreren Stellen konnte ich flüssige Schokolade fließen sehen. Leider alles hinter Glasscheiben. Wie unendlich gemein das doch ist!

Auch sehr spannend fand ich es, dass man sich die Produktionslinie der Halloren Schokoladenfabrik durch ein Fenster ansehen konnte. Da standen meine Ohren richtig aufrecht! Mama sagte, dass das Luna-TV war, so lange habe ich vor der Scheibe gestanden und die Mitarbeiter beobachtet, wie die Schokolade verpackt haben. Davon gibt es leider keine Bilder, denn dort durfte man keine Fotos machen — um die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter zu schützen.
Im Café des Schokoladenmuseums konnten Zweibeiner dann sich selbst Pralinen füllen und auch Schokoladentafeln nach eigenem Belieben herstellen. Natürlich musste das Mama mitmachen. Ich armes Hundelein durfte dann unter dem Tisch liegen und warten. Immerhin habe ich etwas (weiße) Schokolade zum Schlecken bekommen! Denn weiße Schokolade darf ich.

Danach mussten wir in dem zum Schokomuseum gehörenden Laden noch einkaufen. Schokolade — direkt vor meiner Schnute! Aber ich war ja im Dienst, also war sogar schnuppern verboten. Ich verrate euch: das hat ganz schön viel Energie gekostet!
Nachdem wir aus dem Schokoladenmuseum waren, ging es zur Preißnitz-Insel, einem Naherholungsgebiet in Halle. Viel Grün und viel Wasser. Mama wollte nicht, dass ich ins Wasser springe, aber ich habe sie ausgetrickst! Ich habe mich nämlich geschickt in meiner Leine eingedreht, dass Mama diese zum „entknoten“ los gemacht hat. Und dann habe ich Fersengeld gegeben. Auf Mamas erstes „nein“ habe ich reagiert und bin zu ihr zurück gelaufen. Da sie mich jedoch nicht festgehalten hat, war für mich klar: jetzt darf ich aber. Das zweite „Nein“ führte dazu, dass ich mich zumindest umgedreht habe. Aber sorry, Mama… gegen Wasser kommst du nicht an. Platsch!

Da die Saale hier nur sehr langsam fließt, fand Mama, dass ich stinke. Als wir nachmittags wieder zurück im Hotel waren, ging es für mich also unter die Dusche. Seufz. Wasser ist ja toll, aber doch nicht so.

Samstag. Das Frühstück war wieder analog zu den vorherigen Tagen. Mama nennt es Training, ich nenne es Qual. Wenn ich zumindest etwas von dem leckeren Essen abbekommen hätte, was sich Mama und Papa geholt haben, wäre es vielleicht anders gewesen. Aber so…
Wie auch gestern schon, hatten meine Zweibeiner sich beraten, was an dem Tag gemacht wird. Mal wieder musste ich ins Auto. Gelandet sind wir letztendlich im Zoo Halle. Bei 21 Grad und Sonne wurde der Zoo von vielen Kindern mit deren Eltern besucht. Für mich war das anstrengend, da diese kleinen Zweibeiner einfach sehr laut sind. Zudem rennen die sehr viel… und ich weiß, dass ich sie nicht fangen darf. Dazu gabs noch ganz viele interessante Gerüche für meine Nase. Auch gab es einige Tiere, die ich ganz spannend zum Beobachten fand, z.B. die Braunpelikane.

Der Zoo in Halle hatte auch einen eigenen Erlebnispfad für Hunde. Neben Schnüffelstationen (mit Kot der Zoobewohner) gab es auch andere Stationen für uns Vierbeiner: ein Pfad mit verschiedenen Untergründen (Kiefernzapfen, Kies, Rindenmulch und anderes), ein Tunnel zum Durchrennen, eine Wippe, ein Hundeklettergerüst und zwei oder drei Stationen mit Wackelbrettern. Die Wackelbretterstationen habe ich natürlich nicht betreten — wackeliger Untergrund ist ja noch schlimmer als Autofahren! Da haben meine Pfoten nichts drauf zu suchen!
Nach dem Zoobesuch hatten meine Zweibeiner noch nicht genug. Ich wurde ja mal wieder nicht gefragt. Also wieder ins Auto und der nächste Halt war dann das Landesmuseum für Vorgeschichte. Also mal wieder Dienst für mich. Immerhin war das Museum klimatisiert, denn 21 Grad und Sonne fand ich schon ziemlich warm — zumal ich mein Winterfell noch nicht ganz abgelegt habe.
Im Museum wurde die Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt. Mir sagt das zwar nichts, ausser, dass das Teil ein wenig wie eine Frisbee aussieht, aber meine Zweibeiner fanden die ganz interessant. Ich hatte die schon mal gesehen, nämlich im Schokoladenmuseum und aus Schokolade, aber die sah genau so aus!

Viel interessanter fand ich allerdings die Knochen von meinen Artgenossen. Was die hier zu suchen hatten, hab ich zwar nicht so ganz verstanden, aber Mama erzählte was von „früher lebten die Menschen auch schon mit Hunden zusammen“. Ich verstehe zwar nicht, was daran so besonders ist, aber mir ist doch aufgefallen, dass die Skelettköpfe der früheren Hunde viel kleiner sind als mein Kopf. Ich frag mich, ob das wirklich Hundeschädel sind!


Kurze Zeit später fand ich in den Vitrinen einen Schädel, der größenmäßig eher zu dem meinen passte:

Mama habe ich den Schädel gezeigt und diese meinte nur: Ja, Luna. Das passt schon ein wenig. Das ist nämlich der Schädel eines Hausschweins. Was Mama mir damit wohl sagen wollte?
Vor einer Vitrine mit Tierknochen musste Mama ein wenig grinsen. Ich musste dann davor sitzen bleiben, während Mama das fotografiert hat. Mama sagte nur: „Luna, du schaust genau so bedeppert rein wie das tote Tier in der Vitrine“. Wisst ihr, wie Mama darauf kommt?

Nach gut 2-2.5 Stunden Aufenthalt in dem Museum ging es dann endlich zurück ins Hotel. Leute, ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend solche Tage mit den Zweibeinern sind! Von „Siesta“, „Mittagsschlaf“, „Pause“ oder „Erholung“ scheinen die noch nie was gehört zu haben. Hunde sollen doch viel schlafen, aber davon scheinen meine Zweibeiner noch nichts gehört zu haben. Im Hotel konnte ich dann endlich schlafen! Mit meinem neuen Kuscheltier, einem Mammut, was ich im Landesmuseum bekommen habe.

Sonntag. Wieder die Frühstücks-Quälerei. Nur durfte ich diesmal etwas abbekommen. Moment mal… wieso bekomme ich etwas ab? Ha! Ich wusste es doch, da waren Tabletten drin. Diese hab ich natürlich erst einmal ausgespuckt. Ich bin doch gesund und brauche keine.
Kaum eine Stunde später wusste ich, dass das diese Vomex-Tabletten sind. Wir waren dann nämlich wieder unterwegs und mir wurde klar, dass es wieder eine ewig lange Autofahrt wird. Nach gefühlten 20 Stunden Stehen und Sitzen im Kofferraum vom Auto, 2 kurze Pippi-Pausen waren wir dann auch wieder zu Hause. Es scheint, dass diese Vomex helfen, denn übergeben habe ich mich weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt.
Und jetzt, wo wir wieder zu Hause sind, kann ich mich endlich wieder von den anstrengenden Tagen mit meinen Zweibeinern erholen! Mal wieder habe ich gelernt: Urlaub ist anstrengend!
Nachtrag von Mama:
Luna mit auf Dienstreise zu nehmen, um zu schauen, ob das alles klappt, war ein großes Experiment mit der Option, die Reise jederzeit abzubrechen. Aber es hat alles wirklich sehr gut geklappt. Nicht nur in den Parks, Zoos und Museen hat Luna gezeigt, dass sie durch und durch Assistenzhund ist und sich zu benehmen weiß, sondern auch im Hotel beim Frühstück. Aufgaben wie das Schließen von Schrank- und Zimmertüren und mir beim Ausziehen helfen hat sie auch in der fremden Hotelumgebung zuverlässig ausgeführt, auch das Apportieren von Gegenständen.
Während wir hier in der Umgebung von Dortmund immer wieder mit Zutrittsrechten zu kämpfen haben, gab es in Merseburg und in Halle keinerlei Probleme. Im Landesmuseum kam sogar die Kassiererin, die ich und Luna nicht gesehen hatten, weil wir wegen Treppen über einen Seiteneingang in das Museum mussten, zu uns mit den Worten „ich muss mir doch mal einen gut erzogenen Hund ansehen“. Die Mitarbeiter des Museums selbst hatten auch Luna die ganze Zeit intensiv beobachtet. Auf Nachfrage gab es die Auskunft, dass bisher von dem Mitarbeiter noch nie ein Hund im Museum gesehen wurde und er es einfach spannend fand, wie Luna sich verhalten hat — ruhig, abwartend, nicht an den Auslagen schnuppernd. Für den Mitarbeiter war das wohl ganz faszinierend.
Auch der Mitarbeiter im Café des Schokoladenmuseums hatte im Gespräch erwähnt, dass es eine willkommene Abwechslung sei, einen Hund im Museum zu haben — in den 5 Jahren hätte er das noch nicht gehabt.
Für uns war es eine spannende, interessante und anstrengende Woche. Luna hat ihre Aufgaben super ausgeführt, war mega zuverlässig. Schwimmen im Freiwasser ist für sie ein Highlight schlechthin, allerdings war sie da nie im Dienst, sondern immer im Freizeitmodus. Sie kann sehr gut zwischen den Modi unterscheiden und weiß, dass sie im Freizeitmodus einfach Hund sein darf und soll. Kurzum: ich bin mega stolz auf den Fellpopo!


Schreibe einen Kommentar