Als Luna bei uns eingezogen ist, lebte in unserem Haushalt nicht nur unser Golden Retriever Hops, sondern auch die zwei Katzen vom Töchterchen. Während Hermine eher zurückhaltend gegenüber Hunden ist, hat sich Harry schnell zu Lunas Freund entwickelt.
Luna und Harry haben nicht nur miteinander gekuschelt, sich gegenseitig geputzt, sondern sich auch gegenseitig gezwickt. Vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum Luna eine extrem gute Beißhemmung hat und generell sehr vorsichtig ist.

Hund und Katze sind Freunde und keine Feinde? Auch wenn man immer sagt, dass Hund und Katz sich nicht vertragen, haben wir bisher das Gegenteil erfahren dürfen.

2024 ist eine Freundin vom Töchterchen umgezogen und hat eine Ausbildung begonnen. Wenige Monate später musste sie feststellen, dass sie den Katzen nicht mehr gerecht wird und hat diese daher abgegeben. Da wir gedacht haben, dass sie diese Entscheidung bereuen wird, haben wir Murphy, Cleo und Bandit aufgenommen. Damals dachten wir, dass es temporär ist. Naja, inzwischen leben Cleo und Bandit beim Sohnemann. Sohnemann, der nie Katzen haben wollte, liebt die beiden sehr. Cleo, die hier sich mehr versteckt als gezeigt hat, ist bei ihm richtig aufgeblüht!
Letztes Jahr ist das Töchterchen nach Augsburg gezogen und hat natürlich ihre Katzen mitgenommen. Zurück geblieben ist Murphy, den ich auch „unsere Kuh“ nenne, da er ein weißes Fell mit schwarzen Flecken hat.

Da man Katzen nicht als Einzeltiere halten sollte, insbesondere dann nicht, wenn sie keine Freigänger sind (was hier aufgrund der Verkehrssituation nicht ratsam ist), haben wir nach einem Spielgefährten für Murphy gesucht.
Gefunden haben wir Lilly, eine Britisch Kurzhaar-Katzendame, die nur wenige Monate älter als Murphy ist. Wir haben Lilly von einer privaten Pflegestelle bekommen und uns wurde gesagt, dass sie abgegeben wurde, weil sie sehr viel Zuwendung benötigt, sie oft den ganzen Tag schreien würde und dass damit die Vorbesitzerin nicht klargekommen ist, nachdem diese selbst Nachwuchs bekommen hat.
Die ersten Tage hier waren sehr durchwachsen. Lilly und Murphy sind sich anfangs primär aus dem Weg gegangen und haben sich sehr oft angefaucht. Naja, Lilly hat nach Trennung von ihren Geschwistern keine andere Katze gesehen gehabt und wusste daher auch erst mal gar nichts mit Murphy anzufangen.
Nach ca. 3-4 Wochen fing Lilly an, sich komisch zu verhalten. Sie weinte und jaulte extrem laut, wollte gestreichelt werden, wobei man dabei das Gefühl hatte, dass man sie in den Boden krault. In den darauffolgenden Tagen war dieses Verhalten mal nicht vorhanden, mal sehr stark ausgeprägt.
Schnell war uns klar: da stimmt was nicht, der geht es nicht wirklich gut. Der Verdacht: Dauerrolligkeit. Typisch für Hauskatzen in Einzelhaltung. Und natürlich war Lilly nicht kastriert, allerdings wollten wir sie erst mal hier ankommen lassen. Mit Steigerung der Symptome war jedoch schnell klar, dass wir etwas tun mussten. Also haben wir Lilly bei unserer Tierärztin vorgestellt, einen Kastrationstermin bekommen und zudem Tabletten, die sie bis zum Termin chemisch kastriert haben.
Die Kastration verlief ohne Komplikationen, allerdings bestätigte uns die Tierärztin, dass Lilly über längere Zeit einem enormen Hormonstress ausgesetzt war: die Gebärmutter war schon deutlich vergrößert.
Die Tage nach der OP waren stressig. Den Body hat Lilly nicht akzeptiert. Sie hat sich einfach gar nicht bewegt, wenn sie diesen anhatte. Auch nicht, um aufs Katzenklo zu gehen.
Den klassischen Trichter fand sie auch blöd, da sie mit dem immer angeeckt ist. Aber immerhin hat sie sich damit bewegt. Unsere Lösung war schließlich ein Stoffkragen, in Form einer Sonnenblume. Damit war dann Lilly unser „grummeliges Sonnenblümchen“:

Seitdem hat sich Lilly total verändert. Aus der schreienden Katze ist ein Kuschelmonster geworden. Durch ihr dunkles Fell muss man sie oft suchen, da sie auf unserem dunklen Boden und im Schatten kaum zu sehen ist. Sie liebt es in dem Liftertuch vom Deckenlift zu liegen, auch wenn es eine „unsachgemäße Hilfsmittelnutzung“ ist. Sie spielt gelegentlich mit Murphy, kuschelt ein wenig mit Luna und macht das, was Katzen besonders gut können: schlafen, fressen, alles neugierig beschnuppern, in Kisten klettern, sich kraulen lassen.




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