Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt

Heute hat es uns recht spontan nach Bad Sassendorf verschlagen.
Gestern fragte uns N., eine Hundebesitzerin, ob wir denn morgen auch nach Bad Sassendorf fahren. Bad Sassendorf? Wieso das? Was ist denn da?

In Bad Sassendorf gab es gestern und heute einen Hunde-Weihnachtsmarkt. Organisiert vom Tierheim Soest, an das auch die Erlöse großteils gehen, findet einmal im Jahr im Kur- und Tagungszentrum in Bad Sassendorf ein Weihnachtsmarkt für Hunde statt. Verschiedene Aussteller bieten ihre Produkte an: von Leinen, Halsbänder und individuell angefertigten Geschirren über Futter, Spielzeug, Hundemäntel. Auf Hundebilder spezialisierte Fotographen setzen den Vierbeiner gekonnt in Pose und für den Zweibeinern gibt es Waffeln, Kuchen, Bratwurst und vieles mehr. Informationen zu Ausbildung, tatsächlich auch für Assistenz- und Therapiehunde, sowie zur Physiotherapie für Hunde können ebenfalls eingeholt werden.

Brunnen-Skulptur im Kurpark von Bad Sassendorf in Form eines Pfaus

Das klang alles sehr gut, also sind wir heute dann nach Bad Sassendorf gefahren. Die Fahrt war ohne Probleme, aber das Finden eines für mich geeigneten Parkplatzes hat fast eine halbe Stunde gedauert. Letztendlich haben wir ein Parkplatz gefunden, der direkt neben einer Ausfahrt lag – perfekt also, denn damit sinkt die Gefahr deutlich, zugeparkt zu werden.

Obwohl gesagt wurde, dass der Hundeweihnachtsmarkt am Kultur- und Tagungszentrum stattfindet, war mir nicht klar, dass es eine Indoor-Veranstaltung ist. Nur gut, dass ich Luna keinen Mantel angezogen hatte.. immerhin waren es ja auch mehr als 5 Grad draußen und nur unter 5 Grad benötigt mein Fellpopo etwas Kälteschutz. Die Kenndecke haben wir bewusst nicht mitgenommen — denn warum sollte Luna bei einer Veranstaltung, bei der erwartungsgemäß sehr viele Hunde sind, im Dienst sein?

Die automatisch öffnenden Türen gingen auf und da standen wir erst einmal in einer Schlange von Menschen mit ihren Hunden. Im Gebäude war es recht warm, also habe ich Luna von der Leine genommen und ihr das Signal zum Ausziehen der Jacke gegeben. Und… sie hat es ohne Probleme ausgeführt. Kurz wurde sie einmal abgelenkt, weil ein anderer Hund sie beschnuppern wollte. Da Luna das Schnuppern an ihrem Fellpopo grundsätzlich nicht gerne mag und nur sehr selten zulässt, musste sie natürlich erst mal schauen, wer es denn gewagt hat, seine Nase in „ihr Heiligtum“ zu stecken. Danach hat sie jedoch weiterhin mir geholfen, die Jacke auszuziehen. Ich selbst habe es gar nicht mitbekommen, aber wir haben dabei wohl einige Blicke auf uns gezogen. Eine der Kassiererinnen war sehr angetan und hat direkt Luna gefilmt (sie hat uns wohl gefragt, ob das ok ist; ich habe das nicht mitbekommen, aber der Herr Göttergatte hat es erlaubt). Als wir dann an der Reihe zum Bezahlen waren, hab ich Luna einen 5 Euro-Schein gegeben und ihr das Signal, dass sie den abliefern soll. Gesagt getan, die Kassiererin war hoch erfreut. Als sie dann die Ticket hingehalten hat und ich Luna noch gesagt hatte, sie soll mir die bringen, hat Luna das auch sofort gemacht… obwohl inzwischen mehr als 10 andere Hunde um uns herum waren. Es war allen direkt klar: das ist ein Assistenzhund, auch wenn er nicht als solcher gekennzeichnet ist. Gefragt wurden wir dennoch, aber die Fragen waren eher rhetorisch.

Im Konferenzzentrum war es voll. Sehr voll. Für meinen dicken E-Rolli war der Platz schon sehr knapp, also habe ich kurzerhand Luna einfach im Freilauf gelassen. Luna an der Leine + Rolli bei sehr wenig Platz ist keine gute Kombination, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Leine versehentlich um die Räder wickelt ist hoch.

Ganz ehrlich? Ich habe nie und niemals gedacht, dass das gut funktioniert. Ich hätte schwören können, dass Luna — da im Freizeitmodus und ohne Leine — zu allen möglichen anderen Hunden hinläuft, alles beschnuppern muss und vergisst, dass wir Zweibeiner noch da sind. Aber Luna ist nicht Luna, wenn sie nicht für (positive) Überraschungen gut ist. Kurzum: sie war die ganze Zeit in unserer Nähe, hat zwar mal hier oder da geschnuppert (was sie ja auch durfte). Sie hat stets aufgepasst, wo wir sind und sich nie weiter als 5 m von uns entfernt. Ein kurzes „Luna?“ oder ein leises Pfeifen und sie war sofort bei mir.
Ich bin so mega-stolz auf diese Maus. Wahnsinn, was sie mit ihren 2,5 Jahren schon leistet. Einfach nur mega!

Während wir über den Hunde-Weihnachtsmarkt gestöbert sind, schrieb uns N. über Whatsapp „Ihr glaubt es nicht, aber in Bad Sassendorf ist heute sogar verkaufsoffener Sonntag. Ihr müsst euch auch unbedingt den Weihnachtsmarkt ansehen.“ Gesagt, getan.. nach dem Hunde-Weihnachtsmarkt ging es dann in die Innenstadt und dann zum Kurpark-Weihnachtsmarkt.

– Erst letzte Woche habe ich zu meinem Mann gesagt, dass mir die Weihnachtsmärkte heute nicht mehr wirklich gefallen. Eine „Fressbude“ neben der anderen, kaum noch kleine Buden, wo es Selbstgemachtes, Selbstgebasteltes oder Handwerkskunst gibt. Keine Buden mit Seifen, Socken, Kerzen mehr. Auch der typische Geruch nach Zimt, Nelken, gebrannten Mandeln und Nüssen ist vielerorts nicht mehr vorhanden, sondern es riecht nur noch nach Bratwurst und Friteusenfett. Umso überraschter war ich, dass der Kurpark-Weihnachtsmarkt genau das war, wonach ich mich gesehnt habe: viele kleine Holzhütten, wo Socken, Sachen aus Holz, Kerzen, selbstgemachte Mützen, Handschuhe, Decken, Dekorationsartikel und vieles mehr verkauft wurden. Natürlich gab es auch einen Grill oder der einen oder anderen Stand mit Glühwein, Crêpes oder Reibekuchen — aber die waren dort eher moderat vorhanden.

Da ich bis heute noch nie in Bad Sassendorf war, freute ich mich umso mehr, als ich am Ende des Kurpark-Weihnachtsmarktes das Gradierwerk gesehen habe.

Gradierwerk Bad Sassendorf, von der Seite aufgenommen

Bisher kannte ich es nur, dass im Winter die Gradierwerke wegen möglichen Schäden durch Frost abgestellt sind. Nicht jedoch das in Bad Sassendorf. Also mussten wir dort Pause machen und die salzige Luft einatmen. Herrlich.

Gradierwerk: Wasser tropft die aufgeschichteten Schwarzdorn-Zweige herab

Das Nutria-Gen in Luna hat natürlich sofort gemerkt, dass dort Wasser ist. Neugierig hat Luna das Wasser beschnuppert und direkt festgestellt, dass das nicht für sie trinkbar ist. Leider hab ich kein Bild von ihrem Gesichtsausdruck machen können, als sie mich fast schon bestrafend angeschaut hat.

Luna liegt zu meinen Füßen vor dem Gradierwerk. Sie schaut auf das tropfende Wasser

Anschließend sind wir wieder über den Kurpark-Weihnachtsmarkt zurück in die Innenstadt gegangen und von dort aus zum Parkplatz. Glücklich, aber auch geschafft vom Tag sind wir nach Hause gefahren.

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